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Berlin: Judenhasser beschimpfen Paar mit Kinderwagen

Berlin: Judenhasser beschimpfen Paar mit Kinderwagen
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Berlin – Antisemitische Hasstirade mitten in der Hauptstadt: Ein Mann und eine Frau beschimpften am Samstagnachmittag ein Paar mit Kinderwagen im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Die Frau trug ein New-York-Cappy und einen Palästinenser-Schal, der Mann ein Shirt mit der arabischen Aufschrift „Intifada“. Das ist auf Videos zu sehen.

Eine Deutsche, die in Israel arbeitet, schilderte den Vorfall der „Jüdischen Allgemeinen“: „Als ich gegen 15.30 Uhr aus einem Uber stieg, hörte ich plötzlich Rufe wie ,Fuck Jews‘, ,Kill the Jews‘, ,Fuck Zionism‘ und ,Viva Hamas‘.“

Zeugin filmt Vorfall und wird bedroht

Die Hamas aus dem Gazastreifen hatte am 7. Oktober 2023 Israel überfallen und mehr als 1000 Zivilisten brutal gefoltert, vergewaltigt und ermordet.

Die Zeugin berichtet, sie habe begonnen, die Szene mit dem Handy zu filmen: „Das Pärchen, gegen das sich die Parolen richteten, sah ich nur von hinten.“ Ob die beiden jüdisch oder israelisch gewesen seien, habe sie nicht erkennen können. Unklar sei auch gewesen, weshalb die Angreifer ausgerechnet das Paar ins Visier genommen hätten.

Als der Mann bemerkte, dass die Zeugin filmte, sei er auf sie zugekommen. Auf dem Video ist zu hören, wie er sie bedroht: „Handy weg, verpiss dich!“ Er habe versucht, ihr das Handy aus der Hand zu nehmen, sie geschubst und bedroht. „Ich wollte mich zunächst in ein Geschäft in Sicherheit bringen und anschließend so schnell wie möglich zu meiner Freundin gelangen.“

Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung

Die Zeugin: „Ich selbst bin nicht jüdisch, arbeite jedoch in Israel und habe bereits antisemitische Anfeindungen erlebt. Deshalb habe ich sofort verstanden, was dort geschah.“ Das Auftreten von beiden habe auf sie „sehr routiniert“ gewirkt. Sie habe den Eindruck gehabt, dass sie gezielt Menschen einschüchtern wollten. Noch am selben Tag erstattete sie Anzeige bei der Berliner Polizei.

Die Polizei bestätigte gegenüber BILD die Anzeige wegen Volksverhetzung und Beleidigung. Die Ermittlungen führe der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts.

Laut dem Aktivisten-Account „Never Again Berlin“ soll der Mann im „Intifada“-Shirt kein Unbekannter sein. Er soll früher der rechtsnationalen NPD und später dem 2019 aufgelösten linksextremen „Jugendwiderstand“ angehört haben, einer extrem israelfeindlichen, gewaltbereiten Splittergruppe, die sich im Kampfsport trainierte. Auf der Website „Friedensdemowatch“ werden diese Verbindungen mit Fotos belegt. Nach BILD-Informationen war der Mann tatsächlich in beiden Gruppierungen. Ein BILD-Reporter fotografierte ihn schon 2018 bei einer Demonstration in Berlin, damals im Umfeld des Jugendwiderstands.

Israel-Streit spaltet die Linken

Der Fall reiht sich ein in einen wachsenden Streit innerhalb der linken Szene über Israel – wie ein weiterer Vorfall am selben Wochenende zeigt. In einem Jugendzentrum in Berlin-Marzahn kam es am Samstag zu einer Auseinandersetzung zwischen linken Gruppierungen, wie auch „T-Online“ berichtete.

Linke, die von den anderen Linken als „Zionisten“ bezeichnet wurden, seien dort von Vermummten mit Holzlatten bedroht worden. Am Ende gingen Vermummte beider Seiten mit Baseballschlägern aufeinander los. Dabei gab es 29 Festnahmen.

Die israelfreundlichen Linken hatten zuvor auf Instagram gepostet, linke Israelhasser wollten ihr „antifaschistisches Haus in eine Art antizionistisches Zentrum umwandeln“.

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