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Brandanschläge und Gewalt bei Krawall in Frankreich: Mehr als 2000 Festnahmen

Brandanschläge und Gewalt bei Krawall in Frankreich: Mehr als 2000 Festnahmen

Paris – Es sind entsetzliche Szenen, die sich in mehreren französischen Städten abspielen. Jugendliche schießen Pyrotechnik auf Einsatzkräfte. Polizisten, Lehrer und Feuerwehrleute werden angegriffen. Barrikaden brennen, Scheiben bersten. An einer Bushaltestelle in Marseille jagt ein Vermummter mit Spraydose und Feuerzeug einer Frau eine Stichflamme ins Gesicht.

Was als Schülerprotest begann, ist in schwere Gewalt umgeschlagen. Bürgerkriegsähnliche Zustände in Frankreich!

Das war der Auslöser der Krawalle

Der Aufstand begann am 21. September am Lycée Saint-Exupéry in Créteil bei Paris und griff schnell auf weitere Schulen über. Auslöser waren unbesetzte Lehrerstellen. Die Jugendlichen verlangten zudem mehr Personal, zuverlässigere Vertretungen, kleinere Klassen und die Sanierung maroder Gebäude. Sie klagten auch über zu volle Stundenpläne, soziale Ungleichheit und den Leistungsdruck durch das Hochschul-Auswahlsystem.

Mob jagt und tritt Polizistin

Spätestens am Donnerstag eskalierte die Lage: Nach Angaben der Behörden gab es landesweit rund 900 Aktionen. An zahlreichen Schulen brannten Barrikaden und Mülltonnen, Scheiben und Bushaltestellen wurden zerstört. In Nantes ist eine Schule durch Feuer schwer beschädigt worden. In Marseille wurden Mitglieder einer Schulleitung angegriffen, Feuerwehrleute beim Löschen attackiert, Busse und Bahnen gestoppt.

Besonders brutal: In La Ciotat soll ein Schulleiter mit Benzin übergossen und geschlagen worden sein. In Paris jagte ein Mob eine junge Polizistin. Nach Angaben der Pariser Polizei wurde die Beamtin zu Boden gebracht und getreten. Auf einem Video sind Todesdrohungen zu hören. Unter entsetzten Schreien von Zeugen wollte ein Chaot, einer Frau mit einer Spraydose das Gesicht anzuzünden. Wie durch ein Wunder soll sie unverletzt geblieben sein.

Entfesselte Gewalt, 100 Schulen beschädigt

Laut französischen Medien wurden am Donnerstag fast 2000 Personen festgenommen, viele von ihnen minderjährig. Innenminister Laurent Nuñez sprach von „entfesselter Gewalt“. Mehr als 300 Beamte seien verletzt worden. Bildungsminister Édouard Geffray berichtete am Freitag von 40 verletzten Schulleitern und rund 100 Schulen mit schweren Beschädigungen. Mehr als 400 der rund 3700 französischen Gymnasien blieben geschlossen.

Premierminister Sébastien Lecornu berief einen Krisenstab ein. Die Regierung spricht inzwischen nicht mehr von gewöhnlichen Protesten, sondern von „städtischer Gewalt“ und wirft der Linkspartei LFI und radikalen Linken vor, die Bewegung angeheizt zu haben. Die LFI weist das zurück und beschuldigt die Regierung der Eskalation.

Für Freitag wurden Versammlungen vor geschlossenen Schulen verboten. Justizminister Gérald Darmanin verlangte von den Staatsanwaltschaften „große Härte“. Trotzdem gingen die Krawalle weiter: Bis zum späten Vormittag wurden mindestens 150 weitere Randalierer festgenommen.

Nicht nur Schüler unter den Gewalttätern

Und längst randalieren offenbar nicht mehr nur Schüler. Auch Studenten, erwachsene Aktivisten und andere Außenstehende mischen bei den Krawallen mit. Die Regierung spricht von ultragewalttätigen Gruppen, die den Schülerprotest gekapert hätten. Spekulationen über eine besondere Rolle von Migranten sind bislang jedoch nicht durch Behördenangaben gedeckt.

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