Ankara/London – Sie ist sein ganzer Stolz: In den höchsten Tönen schwärmte US-Präsident Donald Trump (80) von seiner neuen Air Force One. Die umgebaute Boeing 747 war ein Geschenk des Golf-Emirats Katar und laut Trump „das luxuriöseste Flugzeug der Welt“. Seltsam nur: Mit seinem neuen Lieblingsspielzeug flog Trump zwar zum Nato-Gipfel nach Ankara, für den Rückflug nutzte er aber überraschend erst die alte Air Force One, um dann wieder in „die neue“ zu wechseln. Bitte umsteigen, Mister President!
Dabei war Trumps Prunk-Flieger (geschätzte Kosten für die Umrüstung: 400 Millionen Dollar) gerade erst offiziell in Dienst gestellt worden, der Flug zum Nato-Gipfel in der Türkei war die erste Auslandsreise. Erkennbar ist die neue Air Force One sofort: Statt der bekannten Lackierung in Blau und Weiß hat die Präsidenten-Maschine nun einen marineblauen Rumpf, einen roten Streifen und eine weiße Oberseite.
Innen bietet sie Luxus pur: „Wenn Sie es sehen, werden Sie es nicht glauben – die Qualität der Hölzer, die Qualität der Materialien, die Qualität der Triebwerke“, schwärmte Trump bei der Indienststellung. Die neue Maschine fliege „weiter und schneller als jede Air Force One zuvor“. Auch in Sachen Sicherheit habe sie „präsidiales Niveau“.
Secret Service zweifelt an Sicherheit der Air Force One
Doch so ganz stimmt das vielleicht nicht: Offenbar ist zumindest dem US-Geheimdienst das fliegende Scheich-Geschenk nicht sicher genug. Laut „New York Times“ habe der Secret Service zu einem Flugzeugtausch geraten. Es habe zwar keine konkrete Bedrohung gegeben, doch möglicherweise verfüge die in nur zehn Monaten umgebaute Maschine nicht über die ausgefeilte Sicherheitstechnik des Vorgängers. Ein Problem – gerade jetzt, nachdem Trump neue Angriffe auf den Iran befohlen hat.
Spekulationen, sein Flieger könnte nun zum Ziel eines iranischen Angriffs werden, hatte Trump selbst angefacht: „Ich bin Nummer eins auf der Todesliste“, sagte er zu Journalisten, die ihn fragten, ob er wegen Drohungen aus dem Iran auf den neuen Präsidentenflieger verzichte.
Trump musste auf altes Flugzeug ausweichen
Überraschend musste Trump dann am Mittwoch auf eine Maschine seiner alten Air-Force-One-Flotte aus Ankara ausweichen. Die musste vorher aus den USA eingeflogen werden und wurde so wieder zum offiziellen Präsidentenflugzeug. Denn: Das Rufzeichen „Air Force One“ (AFO) wird automatisch zugeteilt, sobald der Präsident das Flugzeug betritt.
Erst in sicherer Entfernung, auf dem britischen Luftwaffenstützpunkt Mildenhall (nördlich von London), stieg Trump wieder in den neuen Jumbo-Jet um, der inzwischen ohne ihn aus der Türkei angekommen war. So konnte Trump in seinem geliebten Luxusflieger wenigstens wieder zurück in die Heimat fliegen.