Washington – Donald Trump legt im Streit mit Giorgia Meloni nach – und spottet kurz vor dem Nato-Gipfel in Ankara öffentlich über Italiens Ministerpräsidentin. Auf seiner Plattform Truth Social veröffentlichte der US-Präsident ein Foto, auf dem die Regierungschefin ihn voller Bewunderung geradezu anzuhimmeln scheint. Dazu setzte Trump in Großbuchstaben: „Restraining order needed“ (zu Deutsch: „Einstweilige Verfügung notwendig“).
Die italienische Ministerpräsidentin – ein wild gewordenes Trump-Groupie? Bisher gibt es zwar keine öffentliche Reaktion von Meloni, aber nach den Sticheleien der vergangenen Wochen dürfte sie den neuen Frontalangriff aus Washington nicht auf sich sitzen lassen. ABER: Italiens Außenminister Antonio Tajani (72) sagte dem Sender Sky TG24, Trumps Äußerungen „kommentieren sich von selbst“.
Zwischen Trump und Meloni gibt es immer häufiger Spannungen: Die beiden lieferten sich mehrere öffentliche Streitereien in den sozialen Medien. Auslöser war Trumps Behauptung, Meloni habe ihn beim G7-Gipfel im französischen Évian um ein gemeinsames Foto angefleht. Sie habe ihm leidgetan. Meloni konterte, diese Darstellung sei „völlig erfunden“. Sie flehe niemanden um etwas an. Auch einen Fußball-Streit fochten die beiden online aus.
Meloni kündigt an, nachgeben zu wollen
UND: Vor knapp zwei Wochen behauptete Trump, Melonis Beliebtheitswerte seien gesunken, weil sie den USA im Iran-Krieg die Unterstützung verweigert habe. Die Italienerin antwortete mit Blick auf die eigene Popularität: „Deine Freundschaft hat ihr sicherlich nicht geholfen, und sie hängt auch nicht von meiner Beziehung zu dir ab.“
Nach dem Schlagabtausch erklärte Meloni trotzdem, dass sie den Konflikt nicht weiter verschärfen und in Sachen bilaterale Zusammenarbeit mit den USA „wieder zur Normalität zurückkehren“ wolle. Die Beziehung zwischen beiden Ländern beruhe auf einer „so langen und soliden Geschichte“, dass sie nicht durch „eine Diskussion in den sozialen Medien“ infrage gestellt werden solle. Ob die beiden Staatschefs in Ankara das Kriegsbeil tatsächlich begraben? Immerhin: Auf dem Nato-Gipfel haben sie zwei Tage Zeit dafür ...