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In NRW: 2000 Jahre alter Silberschatz auf Acker entdeckt

In NRW: 2000 Jahre alter Silberschatz auf Acker entdeckt
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Bonn (Nordrhein-Westfalen) – Plötzlich piepte der Metalldetektor. Und dann gleich nochmal. Und immer weiter. Für den Hobby-Schatzsucher Oliver Riedl (52) ging auf einem Acker bei Wesseling in Nordrhein-Westfalen ein Traum in Erfüllung: Er entdeckte Silbermünzen, die zum Teil über 2000 Jahre alt sind. Sie stammen offenbar aus der Römerzeit, sind der größte Münzschatz aus jener Periode, der jemals in Deutschland gefunden wurde. Jetzt wird er erstmals öffentlich gezeigt.

Es war im Oktober 2025, als der Detektor piepte. Riedl zu BILD: „Für mich war klar, dass hier etwas Größeres im Boden liegt.“ Er alarmierte die zuständige Amt für Bodendenkmalpflege in Bonn (Nordrhein-Westfalen) – Experten begannen sofort mit der Absperrung und Ausgrabung.

Größter Münzschatz Deutschlands aus dieser Zeit

Damit der Schatz nicht durch Geräte beschädigt wird, schnitten die Archäologen einen großen Erdblock aus dem Acker. Der wurde zunächst im Labor geröntgt. Dann legten die Mitarbeiter die Münzen frei: insgesamt 934 römische Denare aus Silber, einige über 2000 Jahre alt! Die Experten vermuten, dass die Münzen erst in der Zeit von Kaiser Hadrian (regierte 117–138 n. Chr.) vergraben wurden, einige aber damals schon sehr alt waren. Dr. Erich Claßen, Landesarchäologe und Leiter des LVR-Amts für Bodendenkmalpflege im Rheinland: „Damit handelt es sich um den größten Münzschatz aus dieser Zeit in Deutschland, weltweit ist es der fünftgrößte.“ Das Geld lag in einem mit Stroh ausgepolsterten Keramiktopf. Der wurde durch den Ackerbau zwar zerstört, die Münzen konnten aber vermutlich alle gefunden werden.

Besitzer vergrub Silbermünzen

Die Archäologen vermuten, dass der Schatz vergraben wurde, um das Geld sicher aufzubewahren. Warum er dann aber bis jetzt in der Erde blieb, ist unklar. Claßen: „Möglicherweise verstarb der Besitzer oder die Besitzerin vorher, ohne das Wissen um die Münzen weitergeben zu können.“ Obwohl man nicht viel über den Wert weiß, ist bekannt: Ein einfacher Soldat verdiente zu jener Zeit in der Legion 300 Denare im Jahr. Wissenschaftlerin Dr. Rahel Otte: „Davon wurde etwa die Hälfte für Lebensmittel und Ausrüstung einbehalten. Ein Legionär hätte somit rund sechs Jahre sein gesamtes verfügbares Geld sparen müssen, um den Wesselinger Schatzfund anzusammeln.“

Schatzsucher brauchen Genehmigung

Dass der Silberschatz so gut geborgen werden konnte, verdanken die Archäologen Sondengänger Riedl. Claßen: „Durch seine Umsicht waren wir in der Lage, den Hortfund fachgerecht und vollständig zu bergen.“ Wer mit Metalldetektoren nach historischen Gegenständen suchen will, braucht in vielen Bundesländern (u.a. Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein) eine Erlaubnis des Denkmalschutzes.

Eine Genehmigung des Besitzers des Geländes ist ebenso erforderlich. Weil Oliver Riedl im Besitz einer Genehmigung war und sofort das zuständige Amt informiert hat, kann er jetzt auf eine Belohnung hoffen. Wie hoch die ausfällt, ist noch unklar. Der Münzschatz wird nun im LVR-Landesmuseum Bonn gezeigt.

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