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Plötzlich lässt der US-Trainer durchblicken, wie sehr Trumps WM-Eingriff geschadet hat

Plötzlich lässt der US-Trainer durchblicken, wie sehr Trumps WM-Eingriff geschadet hat

Folarin Balogun steht gar nicht im Kader für die aktuelle Länderspielphase – und doch ist der Stürmer Thema bei der ersten Zusammenkunft der US-Nationalmannschaft seit der WM im Sommer. Baloguns Sperre, die nach einem Eingriff von US-Präsident Donald Trump wieder zurückgenommen worden war, der größte Skandal des Turniers, ist weiterhin Thema – auch bei Mauricio Pochettino. Dabei klang der US-Nationaltrainer diesmal ganz anders als noch bei der WM.

Damals hatte er die Entscheidung der Fifa, die umstrittene Rote Karte gegen Balogun im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina nach einem Anruf von Trump an Fifa-Präsident Gianni Infantino nicht in einer Sperre münden zu lassen, gefeiert. Pochettino sprach damals von einer „fantastischen Entscheidung, nicht nur für uns, sondern für den Fußball“.

Balogun durfte im Achtelfinale gegen Belgien spielen, machte nach zuvor drei Turniertoren aber ein schwaches Spiel und konnte das Ausscheiden nicht verhindern. Die USA gingen nach den weltweiten Debatten um ihren Spieler sang- und klanglos 1:4 unter. Die Belgier feierten mit einem Tanz, in dem sie Trump zum Village-People-Hit YMCA imitierten.

„Damals habe ich die Kritik nicht ganz verstanden“, sagte Pochettino nun vor dem Freundschaftsspiel seiner Mannschaft gegen Peru, das die USA am Samstag mit 4:1 gewannen. „Aber jetzt, mit etwas Abstand und im Rückblick, muss man aus den Fehlern lernen. Und ich denke, manchmal müssen die Dinge, die während eines Turniers passieren, auch dort bleiben.“

Was er mit dem letzten Satz gemeint haben könnte? Wohl, dass Spieler, Verantwortliche und auch ein US-Präsident die Entscheidung des Schiedsrichtergespanns und die daraus resultierenden Konsequenzen der Sportgerichtsbarkeit hätten akzeptieren müssen – selbst wenn sie aus ihrer Sicht ungerecht waren. So jedenfalls ist der Zusatz zu deuten, den Pochettino hinterherschickte.

„Es ist gut, dass Gesetze und Regeln es ermöglichen, Entscheidungen zu ändern, aber ich komme aus dem südamerikanischen Fußball. Wir haben so einen enormen Respekt vor Schiedsrichtern – wenn ein Schiedsrichter für einen Moment verwirrt ist, dann ist er eben verwirrt, und der Spieler muss dafür bezahlen. Man muss die Demut haben, einzusehen, dass man hin und wieder im Unrecht sein kann“, sagte der 54-Jährige.

Pochettino bereut, nicht stärker eingebunden gewesen zu sein

Pochettino betonte in einem Interview in der spanischsprachigen US-Sendung „Fútbol de Primera“ gleichzeitig, dass er in die Entscheidung, die Rote Karte aufzuheben, nicht involviert gewesen sei. Darüber zeigte sich der US-Trainer nun enttäuscht. „Vielleicht bedauere ich es, nicht stärker eingebunden gewesen zu sein. In jener Situation, die später all die negativen Reaktionen hervorrief“, sagte Pochettino.

Er ließ durchblicken, dass der Balogun-Eklat die Stimmung rund um das US-Team, das zuvor für große Euphorie im eigenen Land gesorgt hatte, verändert habe. „Als jemand, der tief im Fußball verwurzelt ist, weiß man um die Bedeutung emotionaler Intelligenz – und dass Energie Dinge verändern kann. Ich glaube, genau in dem Moment, als das passierte, änderte sich die Energie“, sagte Pochettino bei „Fútbol de Primera“. „Von da an unterlag das Spiel anderen Gesetzmäßigkeiten; es war keine Partie, in der Taktik, Strategie oder die Aufstellung den Spielverlauf noch entscheidend hätten beeinflussen können.“

Pochettino verlängerte nach dem Achtelfinal-Aus seinen Vertrag bis zur WM 2030. Auf Balogun muss er für die weiteren Spiele gegen Chile, Mexiko und Kanada nach seinen Angaben wegen einer Beinverletzung verzichten.

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