Berlin – Die von Schwarz-Rot geplante Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag stößt auf fast genauso viel Zustimmung wie Ablehnung. Eine INSA-Umfrage für BILD zeigt: 43 Prozent der Deutschen sind für die Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag, 44 Prozent dagegen.
Besonders auffällig: Junge lehnen die Pläne mehrheitlich ab. Rentner, die kaum betroffen wären, stimmen den Reformplänen deutlich häufiger zu. Bei der Abschaffung der telefonischen Krankschreibung ist das Bild ähnlich: 47 Prozent der Befragten sind gegen eine Abschaffung, 40 Prozent dafür.
Junge lehnen Attestpflicht deutlich häufiger ab
Vor allem jüngere Beschäftigte sind skeptisch: Bei den 18- bis 29-Jährigen sind 51 Prozent gegen eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag, nur 30 Prozent sind dafür. Auch in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen überwiegt die Ablehnung mit 53 zu 31 Prozent deutlich. Erst mit zunehmendem Alter dreht sich das Bild: Unter den 60- bis 69-Jährigen befürwortet bereits jeder Zweite (50 Prozent) die Regelung. Besonders groß ist die Zustimmung bei den über 70-Jährigen: 62 Prozent sind dafür, lediglich 30 Prozent dagegen. Damit zeigt sich ein Generationenkonflikt: Während viele Erwerbstätige zusätzliche Bürokratie und Arztbesuche befürchten, unterstützen vor allem jene die Maßnahme, die selbst nicht mehr betroffen sind.
Auch Telefon-Krankschreibung bleibt umstritten
Ähnlich gespalten ist die Meinung zur telefonischen Krankschreibung. Derzeit können sich Patienten bei leichten Erkrankungen unter bestimmten Voraussetzungen bis zu fünf Kalendertage telefonisch krankschreiben lassen. Das will die Koalition nun abschaffen. Den Plan lehnen 47 Prozent ab, nur 40 Prozent sprechen sich dafür aus. Auch hier unterscheiden sich die Altersgruppen deutlich. Unter den 18- bis 29-Jährigen sind lediglich 36 Prozent für eine Abschaffung, 48 Prozent dagegen. Bei den über 70-Jährigen hingegen befürworten 46 Prozent, dass die telefonische Krankschreibung abgeschafft wird.