Argentinien zog nach einem sensationellen Comeback gegen Ägypten (3:2) ins WM-Viertelfinale ein. Doch die Freude beim Verband dürfte sich in Grenzen halten. Wie die argentinische Zeitung „La Nación“ berichtet, belastet eine neue Zeugenaussage den argentinischen Fußballverband (AFA) schwer.
Gegen den Verband wird seit mehr als eineinhalb Jahren wegen möglicher Finanzkriminalität ermittelt. Auslöser der Ermittlungen sind Vorwürfe des Geschäftsmanns Guillermo Tofoni. Er wirft der AFA-Spitze rund um Präsident Claudio „Chiqui“ Tapia und Pablo Toviggino einen Millionen-Betrug vor. Laut den neuen Berichten sagte Tofoni nun drei Stunden lang vor FBI-Ermittlern aus.
FBI und Bundesstaatsanwälte sind involviert, weil die in Florida (USA) ansässige Firma TourProdEnter LLC im Verdacht steht, in den großen Finanzfall verwickelt zu sein. Die US-Justiz will klären, ob bei den Geldtransfers im US-Bankensystem Straftaten wie Geldwäsche oder Betrug begangen wurden.
Über die Firma aus Florida sollen Einnahmen aus internationalen Verträgen der AFA abgewickelt worden sein – die Rede ist von mindestens 260 Millionen Euro. Nach Bankunterlagen sollen aber rund 57 Millionen Dollar ohne nachvollziehbaren Grund weitergeleitet worden sein. Ein Teil des Geldes soll an Firmen geflossen sein, die mit Vertrauten der AFA-Führung in Verbindung stehen. Teilweise erbringen sie keine erkennbaren Dienstleistungen. Auch Überweisungen an Personen, die eigentlich Sozialleistungen beziehen, soll es gegeben haben. Die US-Behörden prüfen nun weitere Zeugen und mögliche Beweise.
AFA weist Vorwürfe nicht zurück
Die AFA weist die Vorwürfe bislang nicht zurück, betont aber, dass die Unschuldsvermutung gilt. AFA-Vertreter in den USA haben bereits Anwälte eingeschaltet. Ein Sprecher erklärte, allein Ermittlungen seien noch kein Beweis für Schuld.
Ob es tatsächlich zu Anklagen kommt, ist derzeit offen. Klar ist aber: Für den Weltmeister-Verband aus Argentinien könnte die Affäre noch erhebliche Folgen haben.