Erfurt – Nach außen treten die AfD-Parteispitzen Alice Weidel und Tino Chrupalla als Duo auf. Doch intern geht es um Posten und Macht. Beim AfD-Parteitag am Wochenende droht der Knall. Beide kämpfen gegeneinander und darum, ihre Verbündeten in den Parteivorstand zu bringen – es geht um nichts Geringeres als das interne Machtgefüge der AfD.
Es könnte mindestens drei Duelle um die AfD-Vorstandsposten geben: Der Weidel-Verbündete Sven Tritschler (44, NRW) soll in den Vorstand. Eine Kampfkandidatur gegen den bisherigen Parteivize Kay Gottschalk (60, NRW) ist möglich. DENN: Gottschalk gilt als umstritten, besonders das Weidel-Lager sieht ihn kritisch. Er kündigte an, kandidieren zu wollen. Krach-Potenzial!
Insider rechnen damit, dass Vorstand Hannes Gnauck (34, Brandenburg) gegen Schatzmeister Carsten Hütter (62, Sachsen) antritt. Schriftführer Dennis Hohloch (37, Brandenburg) könnte Konkurrenz vom Chrupalla-Verbündeten Mike Moncsek (61, Sachsen) bekommen.
Höcke will indirekt mitreden
UND: Auch der Gastgeber in Erfurt, AfD-Rechtsextremist Björn Höcke, hat eigene Interessen auf dem Parteitag. Er will seinen Vertrauten Stefan Möller (51) in den Vorstand bringen. In der AfD heißt es, der Jurist sei wegen seiner Expertise zum Verfassungsschutz ein Gewinn für den Vorstand. Fest steht aber auch: Höcke hätte dann einen Vertrauten mit am Vorstandstisch.
Parteijugend auf Weidels Seite
Auch Jean-Pascal Hohm (28), Chef der Jugendorganisation „Generation Deutschland“, will in den Vorstand. Die Parteijugend gilt als Weidel-nah. In BILD bestätigt Vorstandsmitglied Martin Reichardt (56, Sachsen-Anhalt), dass er erneut antreten will – ihm wird vorgeworfen, den Hitlergruß gezeigt zu haben.
Nach BILD-Recherchen kandidieren für den Bundesvorstand auch: Peter Boehringer (57, Bayern), Hauke Finger (57, NRW), Marc Jongen (58, BaWü) und Heiko Frank Scholz (64, Hessen). Auch der Bundestagsabgeordnete Maximilian Kneller (32, NRW) will in den Vorstand. Die bisherigen Mitglieder Roman Reusch (72, Brandenburg) und Dirk Brandes (52, Niedersachsen) treten nicht noch einmal an.