Sehr geehrte Kathrin Schuol, Sie sind Polizeipräsidentin in Lüneburg und somit auch zuständig für Stade. In Stade hat ein Mann sechs Behördenmitarbeiter erschossen. Es wirkte wie eine Hinrichtung. Wahrscheinliches Tatmotiv: Verärgerung.
Als Sie auf einer Pressekonferenz über den mutmaßlichen Täter sprachen, sagten Sie: „Er war nicht als Gewalttäter bekannt.“ Das stimmte nicht. Das Gegenteil war richtig. Aber das konnten Sie in diesem Moment nicht wissen.
Es war seit Jahren bekannt, dass Fatih G. sehr wahrscheinlich gefährlich ist. Ihm wurde ein „schweres Sexualdelikt“ vorgeworfen, er soll außerdem eine kleine Tochter sexuell missbraucht haben.
Das alles war bekannt. In der Türkei. Und nur dort.
Fatih G. hat einen türkischen Pass und einen deutschen. Er saß in der Türkei im Knast. Er brach aus und ging nach Deutschland. Auf dem Berliner Ku’damm kaufte er sich eine Knarre. Vermutlich bei einer türkischen Gang. In Berlin ist das kinderleicht.
Sechs Menschen wären also vielleicht noch am Leben, wenn unser Staat mit der Türkei gewisse Daten austauschen würde. Angeblich sperrt sich die Türkei.
Und was tut Deutschland? Es findet sich damit ab. Gebrauchsanweisung für Deutschland, Satz 1: Rette sich, wer kann. Finden Sie das gut, Frau Schuol? Ich finde es nicht gut. Hochachtungsvoll Harald Martenstein
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