Politik

Ukraine-Präsident Selenskyj macht Witz über Putin – und selbst Trump schmunzelt

Ukraine-Präsident Selenskyj macht Witz über Putin – und selbst Trump schmunzelt
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Kiew/Ankara – Donald Trump stellt seine Frage ganz direkt: Würden Sie nach Moskau reisen? Wolodymyr Selenskyj muss für seine Antwort nicht lange überlegen. „Das ist schwierig“, sagt der ukrainische Präsident vor laufenden Kameras. „Dort sind viele ukrainische Drohnen. Es ist gefährlich.“ Im Raum bricht daraufhin Gelächter aus. Und selbst der US-Präsident kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Die Szene spielte sich am Rande des Nato-Gipfels in Ankara ab. Trump und Selenskyj sprachen dort vor Reportern über mögliche Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und dem Aggressor Russland. Und trotz der dramatischen Lage in Kiew und an der Front schafft es Selenskyj, die Atmosphäre aufzulockern. Kein Wunder, er ist schließlich Komiker.

Der Ukraine-Präsident weiß, wie wichtig es ist, den unberechenbaren Trump bei Laune zu halten. Aber er macht sich auch nicht zum ersten Mal einen Spaß daraus, Kremlchef Wladimir Putin (73) öffentlich zu trollen. Schon zum russischen „Tag des Sieges“ am 9. Mai hatte der ukrainische Präsident den Kreml mit einem ungewöhnlichen Dekret vorgeführt.

Nicht Selenskyjs erster Moskau-Witz

In dem Erlass „genehmigte“ er die Militärparade auf dem Roten Platz – inklusive genauer Koordinaten des Veranstaltungsortes. Die Botschaft dahinter: Selenskyj hat die Macht, darüber zu entscheiden, ob Putins Parade stattfinden kann – oder ins Visier von ukrainischen Drohnen genommen wird. In Moskau kam das nicht gut an. Kremlsprecher Dmitri Peskow (58) reagierte gereizt: „Wir brauchen von niemandem eine Erlaubnis.“ Und weiter: „Wehe dem, der versucht, sich über den Tag des Sieges lustig zu machen und solche dummen Witze zu reißen.“

Während es in Ankara um Friedensverhandlungen ging, ließ Putin weiter Raketen fliegen. Mindestens vier Menschen sind letzte Nacht bei einem russischen Raketenschlag in Odessa getötet worden, sechs weitere Menschen wurden verletzt.

Wie steht es um Frieden in der Ukraine?

Generell lief der Gipfel sehr gut für Selenskyj: Trump stellte der Ukraine auch in Aussicht, künftig Patriot-Abwehrraketen selbst bauen zu dürfen – inklusive der nötigen Technologie. Geliefert ist damit noch nichts. Für Kiew wäre eine solche Erlaubnis aber wichtig, weil Selenskyj seit Monaten mehr Luftabwehr gegen russische Raketen- und Drohnenangriffe fordert.

Auch die Nato machte in Ankara eine große Zusage: Allein in diesem Jahr sollen 70 Milliarden Euro für Ausrüstung, Unterstützung und Ausbildung der Ukraine bereitgestellt werden. Bis 2027 sollen es insgesamt 140 Milliarden Euro sein.

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